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09.03.2010, 16:02 Uhr | Übersicht | Drucken
CDU-Landtagsfraktion hält das achtjährige Gymnasium für unverzichtbar
Bildungsgerechtigkeit lässt sich nicht über Strukturdebatten erreichen

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Volker Emde, hat die Forderung der Thüringer Grünen nach einer Abschaffung der Gymnasien als völlig indiskutabel zurückgewiesen. Laut Emde lässt sich weder durch für alle verpflichtende Einheitsschulen noch durch einen möglichst hohen Abiturientenanteil mehr Chancengleichheit verwirklichen. „Ein differenziertes und durchlässiges Schulsystem bietet begabungsgerechte Lernbedingungen und vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten. Kein Schulsystem in Deutschland ist weniger selektiv als das Thüringer, und leistungsfähig ist es außerdem, wie wir aus zahlreichen Vergleichsuntersuchungen wissen“, sagte der bildungspolitische Sprecher.

Volker Emde (r.) und Mike Mohring
 

Laut Emde ist Thüringen ein Beispiel dafür, dass sich die soziale Selektivität im gegliederten Schulsystem wirksam reduzieren lässt. „Die Zahl der Schulabbrecher an den Regelschulen sinkt; der Anteil der ein Gymnasium besuchenden Arbeiterkinder ist im nationalen Vergleich hoch und wächst; ein Drittel der Schüler, die mit Abitur oder Fachabitur abschließen, kommt über die Regelschule. Deshalb werden wir weiter auf die Qualitätsentwicklung an eigenverantwortlichen Schulen setzen. Unser Bildungsplan für Kinder bis 10 hat Modellcharakter. Wir setzen darauf, herkunftsbedingte Nachteile möglichst frühzeitig auszugleichen“, erklärte der Abgeordnete.

Er plädiert ferner dafür, Sozialpädagogen und weiteres pädagogisches und sozialpädagogisches Personal unabhängig von der Schulart vor allem in sozialen Brennpunkten einzusetzen. Derartige Brennpunkte ließen sich anhand von Sozialraumindizes ermitteln. „Die Hilfe soll bei den Schülern ankommen, die sie ganz besonders benötigen. Daran werden wir uns orientieren, weil Bildungsgerechtigkeit für die CDU-Fraktion die zentrale bildungspolitische Herausforderung ist und bleibt“, so Emde.

Kritisch sieht der CDU-Abgeordnete das Ziel der Grünen, einen möglichst hohen Abiturientenanteil anzustreben. „Dass das Optimum mit dem Maximum identisch sein soll, ist ein gedanklicher Kurzschluss. Je breiter Bildungszertifikate gestreut werden, desto geringer ist ihr Wert für jeden Einzelnen. Wirtschaftliches Leistungsvermögen, Daseinskompetenz und Lebenszufriedenheit wurzeln gewiss nicht in der Durchakademisierung einer ganzen Bevölkerung“, sagte der Bildungspolitiker.


Dr. Karl-Eckhard Hahn
Pressesprecher
 



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